Richtig gute Freunde gehen durch dick und dünn. Sie feiern nicht nur die Feste des Lebens gemeinsam, sondern sind auch in Notzeiten immer füreinander da. Gerade nach einer schweren Trennung braucht der Mensch eine Schulter zum Anlehnen. Oftmals ist der Umgang mit Trauer aber nicht so leicht. Welche Reaktion ist richtig? Womit hilfst du einem Freund am besten über die Trennung hinweg?

 

Wichtigste Maßnahme: da sein

Vielleicht liegt Angst in der Luft. Die Konfrontation mit der Trauer des anderen kann überwältigend sein. Was sagst du und wie verhältst du dich am besten?

Der erste und wichtigste Schritt ist, für den anderen da zu sein. Dein Freund sollte das Gefühl haben, dass er zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen oder schreiben kann. Meistens musst du nicht viel tun, außer zuhören und den Raum halten.
Zeige Verständnis für alle Reaktionen. Wut ist genauso richtig und wichtig, wie Verzweiflung. Gerade schnelle Stimmungswechsel mögen allerdings irritieren. Eben lag der Freund noch schluchzend am Boden, jetzt wirft der die Musik an und tanzt sich die Seele aus dem Leib. Kurz nach einer Trennung sind extreme Gefühlsschwankungen völlig normal.
Verurteile nicht. Halte keine Vorträge, was der Freund in der Beziehung hätte anders machen können. Erkläre nicht, wie er trauern sollte. Direkt nach einer Trennung ist nicht die Zeit dafür. Sind allerdings einige Monate oder Wochen vergangen, kannst Du durchaus ein strategisches Gespräch suchen. Irgendwann muss dein Freund wieder auf Spur kommen und an die Zukunft denken.

Trennungsschmerz

Wann das genau passieren kann, ist individuell unterschiedlich. Jeder Mensch trauert auf seine eigene Art. Je nachdem, warum und wie eine Beziehung zerbrach, dauert die Trauerphase länger oder kürzer. Die schlimmsten Schmerzen sollten allerdings nach vier bis sechs Wochen vorüber sein.

 

Mitgefühl und Trost nach einer Trennung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Trost zu spenden. Die einfachste ist, den Freund in den Arm zu nehmen. Dabei braucht es keine Worte. Der Tritt ins Fettnäpfchen ist so gut wie ausgeschlossen.

Irgendwann ist aber dann doch ein Gespräch notwendig. Meistens möchte der Trauernde gerne über seinen Verlust sprechen. Du darfst gerne ein paar hilfreiche Worte mit auf den Weg geben. Hier ist die Gratwanderung schwierig, auf abgedroschene Floskeln hat nämlich niemand Lust. Schweigen ist besser, bevor Du Sätze wie “Die Zeit heilt alle Wunden” herausposaunst. Was dagegen durchaus helfen kann, sind philosophische Ansätze, die deinen Freund zum Nachdenken anregen.
Hierbei ist der Dalai Lama eine exzellente Inspiration. Eine seiner Weisheiten lautet: “Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.”
Falls du es nicht mit asiatischen Lehren hast, findest du im Internet jede Menge Seiten mit passenden Zitaten. Einige Quellen sind:

Trost kann aber auch in kleinen Taten ausgedrückt werden. Backe dem Freund seinen Lieblingskuchen als Seelentröster. Idealerweise enthält das Gebäck eine ordentliche Portion Schokolade. Sie enthält Stoffe wie Tryptophan, Anandamid und Phenylethylamin, die uns Menschen glücklich machen.

Maulwurfkuchen einfach

Kleine Gesten verdeutlichen dem Freund, dass du an seiner Seite stehst und ihn magst. Zeig ihm die wertvollen Dinge auf, die er immer noch in seinem Leben hat. Eure Freundschaft zum Beispiel. Schick eine selbst gebastelte Grußkarte mit ein paar aufmunternden Worten. Leg ein Blümchen vor der Türe ab oder lass ihm abends seine Lieblingspizza nach Hause liefern. Suche den Kontakt, ohne dabei aufdringlich zu wirken.

 

Im Alltag unterstützen

In der ersten Zeit der Trauer fehlt vielen Menschen die Kraft für Alltägliches. Biete an, das Altglas zum Wertstoffhof zu bringen, Einkäufe zu erledigen oder die Hemden bei der Reinigung abzuliefern. Du kannst auch dabei unterstützen, die Wohnung vom Ex zu befreien. Räumt gemeinsam alle Utensilien aus, die an den ehemaligen Partner erinnern.
Vielleicht ist dein Freund nach der Trennung auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Höre dich im Freundeskreis um, lies Zeitungsanzeigen, gib selbst eine Annonce auf. Du kannst beim Umzug genauso mithelfen wie beim Einrichten der neuen Unterkunft.

Biete deine Unterstützung an, werde aber nicht übergriffig. Du solltest nur in den Bereichen helfen, in denen dein Freund das auch möchte. Nimmst du zu viele Tätigkeiten hab, kann dies auch eine nachteilige Wirkung haben. Die Ablenkungen fehlen und der Freund kann sich noch mehr in seiner Trauer vergraben. Wichtig bei der Hilfe im Alltag ist, dass du das richtige Maß für deinen Freund, aber auch dich selbst findest.
So wunderbar es ist, andere zu supporten, achte dabei auch auf dich selbst und deine eigenen Bedürfnisse.

 

Ablenkung

Raus aus dem Alltag. Wie wäre es mit einem gemeinsamen Ausflug in die Natur? Ein Tag in den Bergen oder am Badesee bringen frischen Wind ins traurige Gemüt. Bewegung an der frischen Luft wirkt sich generell positiv auf den Organismus aus. Der Stoffwechsel wird angekurbelt, die Zellen werden mit Sauerstoff versorgt, der Körper tankt Vitamin D. Dieses Zusammenspiel sorgt für gute Laune.
Alternativ kann auch ein gemeinsamer Termin im Spa oder eine Verabredung zum Fußballschauen perfekt sein. Ein Klassiker der Trauerablenkung sind Partys. Geht gemeinsam auf die Piste, tanzt durch die Nacht. Stoßt auf alte Liebe und neue Freiheit an.

Ablenkung ist gut, darf aber den Trauerprozess nicht dominieren. Das richtige Maß ist gefragt. Dein Freund muss sich mit seinem Schmerz auseinandersetzen, sonst besteht die Gefahr, dass er ihn nie wirklich überwindet.
Wann professionelle Hilfe suchen?
Die Trennung deines Freundes ist schon mehrere Monate vorbei, er benimmt sich aber immer noch wie frisch danach? Dann ist Vorsicht geboten. Manche Menschen kommen über Schock und Trauma nicht selbst hinweg.
Alarmsignale sind:

  • Der Freund grenzt sich stark von der Außenwelt ab.
  • Er trinkt regelmäßig große Mengen an Alkohol oder nimmt Drogen.
  • Er verliert viel Gewicht, verwahrlost körperlich.
  • Der Freund kann sich nicht mehr zu normalen Aktivitäten aufraffen.

Hast du die Vermutung oder den Beweis, dass sich dein Freund selbst verletzt oder gar Selbstmordabsichten hegt, musst du sofort professionelle Hilfe einschalten. Besteht Gefahr für Leib und Leben, ist direktes Handeln Pflicht. In akuten Fällen verständigst du sofort den Notruf.

Ansonsten kannst du deinem Freund auch die Nummer der Telefonseelsorge.de geben. Stelle sicher, dass er sich dort auch wirklich meldet. Selbsthilfegruppen sind alternativ auch ein möglicher Anlaufpunkt, ebenso wie ein Psychologe.
Du musst deinem Freund nicht alleine aus der Krise helfen. Ist die Trauer zu überwältigend, besorgt Euch Unterstützung von Fachkräften. Sollte dich die Situation selbst sehr stark mitnehmen, hast auch du Anspruch auf Hilfe.

 

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